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Ja … vielleicht … eher nicht … Nein...



Ja ist Ja. Ja ist Ja ... wird zu einem Vielleicht ... Nachdenken, schlaflose Nächte ... Gedanken über das Ja, über das Vielleicht... Sinnieren und grübeln... Über das Ja und das Vielleicht. Das Vielleicht und das Ja und das Vielleicht... Das Vielleicht, welches zu einem Nein wird... Nein...

Das Nein, das zum neuen Ja wird. Ein Ja auf das Glück und auf die Liebe, auf die Freundschaft und das Vertrauen.

Was, so fragte ich mich, gibt es Schlimmeres, als ein Eheversprechen zu brechen?

Soll ich eine Liste erstellen? (Lügen, Betrug, Kriege, Krankheiten, Armut, Jobverlust, Verrat) Für mich war, nach schlaflosen Nächten, Tränen und Selbstvorwürfen, die Antwort recht simpel: Es ist schlimmer, ein Versprechen einzuhalten als es zu brechen, wenn es sich nicht mehr gut anfühlt. Es ist Verrat. An mir, an meinem Liebsten, an allem, was uns verbindet. Es gilt zu handeln, wenn mein Liebster und ich uns jeden Tag etwas mehr entfremden, weil da auf einmal so viel ist, was uns trennt, statt eint. Weil es stiller wird im Haus und im Herz, sich Blicke und Hände nicht mehr suchen, sondern ausweichen.

Wir haben die Wahl... aber es ist mehr als das.

Ich (und natürlich jeder andere) habe das Recht und die Verantwortung – ja, die Pflicht – mich zu entwickeln und täglich am Leben zu lernen. Dort, wo es Liebe und Vertrauen gibt, dürfen Entscheide überdacht, diskutiert und revidiert werden. Manche Ideale, erkannten wir, sind nicht für die Ewigkeit und vielleicht waren sie nie die Unseren. Träume können sich zum Albtraum wandeln.

Wir haben die Wahl. Warum, frage ich mich, gehen wir den eingeschlagenen Weg oft stur weiter, im Wissen, dass er nicht (mehr) der richtige ist – oder es nie war? Wir halten an Vertrautem fest und fürchten uns vor (scheinbaren) Niederlagen, schämen uns zuzugeben, dass wir uns verirrt oder geirrt haben.

Was ist schlimm oder peinlich, einen Irrtum zuzugeben? Steht uns nicht meist lediglich die Eitelkeit im Wege und die Überzeugung, dass es ein Zeichen der Schwäche ist, die Meinung zu ändern – vor allem bei wichtigen Fragen?

Meine Erfahrung lehrt mich anderes. Wenn ich im Kontakt mit mir bleibe, ehrlich bin zu mir und meinem Gegenüber, gehen Türchen oder Tore auf und die Welt kann weiter, grösser, bunter und wärmer werden, als ich sie mir erhoffte.





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