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Der vierte König

Der Königskuchen schmeckte lecker, leider war in keinem Stück die Königsfigur versteckt und so kam ich nicht umhin, mir über die Könige Gedanken zu machen.

Weihrauch, Gold und Myrrhe – das schenkten die drei Könige dem Kind.


Die Legende besagt, dass es einen vierten König gegeben hat. Coredan, der jedoch auf dem Weg nach Bethlehem verloren ging, jahrzehntelang in aller Herren Länder herumreiste und Jesus erst am Kreuz begegnete.


Was wäre Coredans Gabe gewesen? Ich stelle mir vor, dass Coredan ein praktisch veranlagter König gewesen war und als solcher Brot, Käse, Wein und warme Decken mitgebracht hätte.

Maria, da bin ich sicher, wäre begeistert gewesen. Natürlich hätte sie sich höflich bei den drei Königen für die Gaben bedankt, wobei sie sich heimlich gefragt hätte, wofür um Himmels Willen sie diese Dinge gebrauchen sollte.

In ihrem Tagebuch aber hätte sie von Cordeans Geschenken berichtet Ihn hätte sie in Erinnerung behalten!


Die Praxis der unsinnigen Geschenke, das ist klar, wird bis heute weitergepflegt. So findet man in Spendepaketen für Hilfsbedürftige zuweilen Smartphones, Kaffeekapseln, Vakuumzapfen, Parfums und andere Unsinnigkeiten. Was, so frage ich Sie, soll ein Kind in Südamerika oder eine Frau in Afrika mit diesen Dingen anfangen?


Der wahre König vom 6. Januar ist Coredan, der lachende König, pragmatisch, echt, bescheiden und gesegnet mit gesundem Menschenverstand.


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